Der 1. Mai 2020 – Ein Tag ohne große öffentliche Feiern des DGB

Seit dem 13. Oktober 1949 gibt es den Zusammenschluss von Einzelgewerkschaften zum DGB. Dies gibt Anlass, auf die deutsche Gewerkschaftsbewegung ein wenig zurück zu schauen.

Die erste Gewerkschaft in Deutschland, der Nationale Buchdrucker Verein, wurde im Juli 1848 gegründet. Sie forderte den Schutz vor sozialem Abstieg und sinkenden Löhnen ihrer Mitglieder. Ende August 1848 rief der Schriftsetzer Stephan Born das Berliner „Zentralkomitee für Arbeiter“ aus, die erste deutsche Massenbewegung der Arbeiter. Handwerksgesellen, Facharbeiter und Meister, sie alle schlossen sich der Bewegung an. Ihre zentrale Forderung: Den 10-Stunden-Tag gesetzlich festlegen.

Kampf gegen den Staat

Ab diesem Zeitpunkt ist die Geschichte der Gewerkschaften vom steten Kampf mit den Arbeitgebern oder dem Staat geprägt. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Staat – angeführt vom Adel, dem Militär und der reichen Bürgerschicht – die wenigen Rechte der Arbeiter wieder einzuschränken. Gewerkschaften wie die Zigarettenarbeiter-Assoziation wurden verboten, ihre Anführer politisch verfolgt. In den 1850er Jahre wurden außerdem die Arbeiterkassen- und Unterstützungseinrichtungen abgeschafft und durch staatlich kontrollierte Versicherungen ersetzt.

Die Arbeiterbewegung ließ sich von diesen Maßnahmen nur kurz bremsen. In der Folge setzte sie höhere Löhne durch und sorgte für bessere Arbeitsbedingungen. Einen Einschnitt für die Gewerkschaften bedeutete die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. Denn Gewerkschaften passten nicht in das ideologische Weltbild der Nazis. Schon im Mai 1933 lösten sie die freien Gewerkschaften auf und gründeten stattdessen die “Deutsche Arbeitsfront“, die sie selbst kontrollierten und durch die sie die Arbeiterschaft überwachen konnten.

Nach der Niederlage der Nationalsozialisten ließen die Alliierten in Westdeutschland die Gewerkschaften bereits ein Jahr nach Kriegsende wieder zu – wenn auch zunächst unter Auflagen. 1949 gründete sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), in dem heute alle großen Gewerkschaften gemeinsam organisiert sind. Er hatte damals wie heute rund sechs Millionen Mitglieder. Parallel dazu gründete sich in Ostdeutschland der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB). Im Gegensatz zum DGB hatte er nicht die Absicht, Interessen gegen die Arbeitgeber durchzusetzen, sondern akzeptierte das sozialistische System der DDR. Seine hauptamtlichen Funktionäre waren in den Leitungen der Betriebe präsent. Ihre Aufgabe bestand darin, die Politik der SED zu popularisieren und bei den Beschäftigten durchzusetzen.

Fusionen nach der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung fusionierten viele Gewerkschaften. Den größten Zusammenschluss gab es im Jahr 2001: Die fünf Gewerkschaften Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG), Deutsche Postgewerkschaft (DPG), Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), IG Medien sowie der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) bildeten die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Mehr als 1.000 Berufe mussten auf 13 verschiedene Fachbereiche verteilt werden. Damals löste ver.di die IG Metall als größte deutsche Einzelgewerkschaft ab.

Heute zählt der DGB rund 6 Millionen Mitglieder, aufgeteilt in acht Einzelgewerkschaften.

Erster Vorsitzender war Hans Böckler, Mitglied der Soziaöldemokratischen Partei Deutschlands.

 Die Forderungen des DGB zum 1. Mai 2020 lauten:

In Zeiten von Corona steht der Schutz der Menschen im Vordergrund. Die Gesundheit muss in diesen Zeiten allen anderen Interessen untergeordnet sein. Durch die Corona-Krise sind viele Menschen unverschuldet in eine Notlage gekommen, hier fordern wir die Anhebung des Kurzarbeitergeldes und die Einführung eines Härtefallfonds wie er jetzt in Düsseldorf von der Politik vorangetrieben wird.

Wir müssen mit allen Mitteln verhindern, dass durch diese Krise die Spaltung unsere Gesellschaft weiter voranschreitet. Deshalb kämpfen wir auch um jeden Arbeitsplatz, der jetzt auf der Kippe steht. Diese Zeit zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir solidarisch zusammenstehen. Sie zeigt aber auch sehr deutlich, dass diejenigen, die momentan am wichtigsten sind, am schlechtesten bezahlt werden. Deshalb fordern wir eine gerechte Bezahlung und einen modernen Personalschlüssel in der Pflege und Krankenversorgung. Und wir müssen darüber nachdenken, wer die immensen Kosten und Risiken der Corona- Krise zahlt. Dies kann nicht nur allein auf dem Rücken der einfachen Steuerzahler/innen erfolgen. Hier müssen dringend Konzepte einer gerechten Verteilung erarbeitet werden.

 

Schrifttum: Aus Schule und Wirtschaft wikipedia

Sowie Auszüge aus dem Programm des DGB und seiner Gliederungen

 

Zusammenstellung Klaus- D. Nussbaum, Denzlingen

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